Die bereite im Vorfeld vor, z.B. durch Erstellung einer Plotübersicht à la J.K. Rowling und Character Sheets, welche man fortwährend mal liebevoll, mal fluchend pflegt.
Bei den Locations vernachlässige ich hingegen die Vorbereitung. Hier verlasse ich mich auf mein Vorstellungsvermögen und passe auf Anregung meiner Betaleser den Beschreibungsgrad der Umgebung später an. Meist fahre ich ganz gut damit.
Beim NaNoWriMo 2012 stieß ich damit zum ersten Mal an meine Grenzen. Und zwar bei folgender Szene:
Der Protagonist Anton wacht mitten in der Nacht auf und muss feststellen, dass er in einer für ihn fast unbekannten Wohnung eingeschlossen ist, während Pajonk, sein Gegenspieler, mehrfach Brandsätze hinein schleudert. Anton flieht von Raum zu Raum, auf der Suche nach einem Ausweg, während die Brandherde zunehmen und es wegen der Rauchentwicklung immer schwerer wird zu atmen.
Eine verdammt unangenehme Situation, die sehr schnell sehr unübersichtlich wird. Nicht nur für Anton, sondern auch für mich.
Denn nicht nur musste ich plötzlich wissen, wie genau die Wohnung aufgebaut ist (z.B. in welchen Räumen sich wie viele Fenster befinden), sondern da Anton und Pajonk ein sehr dynamisches Katz und Maus Spiel austragen, musste ich für verschiedene Zeitpunkte auch noch festlegen, wo sich die beiden gerade befinden, was sie vorhaben und wie weit das Feuer in der Wohnung jeweils voran geschritten ist. Ich schrieb die Szene mehrfach neu, aber sie wirkte jedes Mal wenig überzeugend.
Im Endeffekt wusste ich mir nur zu helfen, indem ich aufhörte zu schreiben (immer eine Überwindung mitten im NaNoWriMo), Stabilos in die Hand nahm und anfing zu skizzieren. Zunächst eine Karte von Silvias Wohnung und schließlich die Bewegungen von Anton und Pajonk.
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| Anton vs. Pajonk - ein indirektes Duell |
Mittlerweile habe ich Skizzen von weiteren wichtigen und wiederkehrenden Orten in meinem Roman angefertigt, jeweils ergänzt um eine kurze Beschreibung, wie dort die Stimmung ist und was sie den Hauptfiguren bedeuten. Damit habe ich so manchen gordischen Knoten lösen können.
Allen Schreiberlingen, die in einer derartigen Situation ebenfalls den Überblick verlieren, kann ich dieses Vorgehen nur nahe legen.

Wow, sieht gut aus.
AntwortenLöschenVielleicht hilft mir das bei der einen dämlichen Schlacht. Und ich kriege schon das kalte Grausen wenn ich an den Kampf im Labyrinth denke, der unweigerlich kommen wird...
Thanks a lot
Puush
Na, das klingt echt nach einer Herausforderung. Respekt!
LöschenUnd toi toi toi. (c: